Schnelles Verschlammen der Fugen und Hohlräume aufgestelzter Betonfahrbahnbeläge

Die über den extrudierten Dämmplatten aufgebrachten wasserrückhaltenden Schichten, auch bei einem Kiesbett und Pflasterbelägen oder Betonplatten, schränken ein Ausdiffundieren der Feuchtigkeit durch eine Verdichtung der wasserrückhaltenden Schicht bei nicht erfolgreicher Reinigung stark ein. Die Einspülungen durch Sand, Erde, Staub und Kleinstabfälle kompostieren zu einer Schlammschicht, die unkalkulierbare dampfdiffusionsbremsende Eigenschaften erwirken.

Unserer Auffassung nach ist das Risiko des Energieverlustes besonders auch bei aufgestelzten Belägen, bei denen das Wasser, aber auch Staub, hereingefahrene Schmutzanteile, Sand, Laub, Zigarettenkippen, Abfälle und Streusplitt im Winter, durch die offenen Fugen der Beläge und des Hohlraumes zwischen Dämmplatte und Unterkante der Fahrbahnplatte in die Wärmedämmung gespült werden. Dieser Schmutz führt, wie wir bei mehreren Sanierungsmaßnahmen feststellen konnten, schon nach kurzer Zeit zu einer Verschlammung der Hohlräume innerhalb der extrudierten Polystyrolplatten, aber auch der zwischen den Dämmplatten und Unterkante Betonfertigteilplatte ebenfalls zu Wasserablagerungen innerhalb des XPS-Hartschaumgefüges führen kann, was den Ablauf des eingedrungenen Wassers stark behindert und unserer Auffassung nach das Eindiffundieren von Feuchtigkeit innerhalb der Poren des extrudierten Polystyrols stark begünstigt.

So entstehen schon nach wenigen Jahren Vermoosungen der Platten-Fugen, was im weiteren Verlauf das Aufsprießen von Pflanzen zur Folge hat. Dieses Risiko haben die Systemhersteller erkannt und fordern nun in ihren Pflegehinweisen die systematische Reinigung der Fugen und Hohlräume. In einem uns bekannten Nutzungs- und Pflegehinweis für ein bekanntes System mit aufgestelzten Betonfahrbahnbelägen – Stand 11/2011, lauten diese u.a.:

…. Im Interesse der Werterhaltung ist jedoch ein geringes Maß an Pflege erforderlich.

Einmal jährlich sollte eine Sichtkontrolle des Systems erfolgen……

Da Regenwasser nicht auf den Platten sondern unter den Platten abläuft, ist die Wasserdurchlässigkeit der Fugen zu gewährleisten. Stark verschmutzte Fugen können mit einem Hochdruckreiniger oder einem Blechhaken gereinigt werden.

Die Betonelemente sind mit einem hohen Widerstand gegen Frost und Tausalzeinsatz hergestellt, dennoch kann übermäßiger Einsatz von Tausalzen langfristig zu Schäden führen. Zum Räumen von Schnee empfehlen wir den Einsatz einer Schneekehrmaschine. Erfolgt das Räumen mit einem Räumschild, muss dies mit einer weichen Gummilippe erfolgen. Durch Räumarbeiten kann es zu Verschiebungen einzelner Platten kommen. Um diese zu minimieren ist bevorzugt quer zum Gefälle zu Räumen. Die Räumrichtung sollte bei jeder Räumung gewechselt werden. Es kann handelsübliches Streusalz verwendet werden. Streumittel mit Feststoffanteil (Sand, Splitt…) dürfen nicht verwendet werden.

Die verwendete Dämmung (extrudiertes Polystyrol) ist lösungsmittelempfindlich. Daher ist auf den Einsatz von lösungsmittelhaltigen Reinigungsmitteln zu verzichten. Sollte im Falle einer Havarie Kraftstoff austreten, so wird lokal die Polystyroldämmung aufgelöst, die Parkdachplatten senken sich und zeigen so den betroffenen Bereich an.“

Der Systemhersteller Zoontjens ist in seinen Empfehlungen für eine lange Lebens- und Funktionssicherheit seines Systems in seiner Veröffentlichung vom 20.03.2013 schon wesentlich konkreter in seinen Empfehlungen und Forderungen an Wartungsarbeiten, die wie folgt lauten:

Wartung und Instandhaltung

„Der mehrschalige Aufbau mit dem Abflusszwischenraum unter den Platten führt zu einer Sammelstelle für herumschwebenden Abfall (Sand, Erde und Kleinabfall). Die kompostiert zu einer Schlammschicht, die an den Abflüssen und Dachrändern zu Verstopfungen und zum Wachsen von Vegetation führen kann. Im Allgemeinen wird dieser Schlamm nicht entfernt. Die Pardak®-Parkdachsysteme müssen regelmäßig gereinigt werden. Mit welcher Häufigkeit dies erforderlich ist, hängt vom Ausmaß der Verschmutzungen ab. Ein wichtiger Hinweis auf die Notwendigkeit von Reinigungs- und Wartungsarbeiten ist die Bildung von Vegetation. Außer der Reinigung müssen auch durch die Benutzung entstandene Beschädigungen regelmäßig repariert werden.

Aufgrund der in diesem Dokument zusammengefassten Untersuchungsergebnisse und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die ältesten Projekte, die noch in Betrieb sind, jetzt 25 Jahre oder älter sind und dass die Dachdeckungskonstruktion im Allgemeinen noch in gutem bis sehr gutem Zustand ist, kann die wirkliche Lebensdauer der Parkdach- und Parkdecksysteme Pardak®110 und Parkdak®60 auf mindestens 30 Jahre geschätzt werden, vorausgesetzt, es werden systematisch reinigende Wartungsarbeiten durchgeführt.

Bei der letztendlichen Wartung dieser Parkdachsysteme kann auf der wasserdichten Schicht eine neue Deckschicht angebracht werden und die XPS-Isolierung und die Pardak®-Platten können erneut verwendet werden.“

Wissen Sie eigentlich, was diese Hinweise für Sie als Eigentümer bzw. als Betreiber eines derartigen Parkdecks bedeuten, wenn Sie Ihre Gewährleistungsansprüche nicht verlieren wollen? Solche Reinigungsarbeiten und die vorgegebene Entfernung der Kompost- und Schlammschicht ist nur möglich, wenn Sie alle Betonfertigteilplatten incl. der Stelzlager aufnehmen lassen. Dann müssen die Verschlammungen auf der Oberfläche der vorhandenen Umkehrdämmung komplett abgesaugt und entsorgt werden. Folgen Sie weiter den v.g. Empfehlungen des Herstellers, sollen die Dämmplatten bei der letztendlichen Wartung gleich mit aufgenommen werden und zur Wiederverwendung gelagert werden. Aus unseren persönlichen Erfahrungen, wie wir sie z.B. bei einer Parkdecksanierung des Einkaufszentrums Galerie Neustädter Tor in Gießen, gesammelt haben, haften diese Dämmplatten derart fest an der darunter verlegten bituminösen Parkdeckabdichtung, dass der größte Teil der Dämmplatten beim Aufnehmen zerstört wird und nicht wiederverwendet werden kann.

Auch die Wiederverwendung der alten Betonfertigteilplatten lässt sich aus unserer Erfahrung technisch nur schwer umsetzen. Nicht nur, dass höchstwahrscheinlich ein großer Teil der Betonfertigteilplatten beim Aufnehmen und Lagern beschädigt wird und durch neue – dann farblich unterschiedliche – Betonplatten ersetzt werden muss – nein, auch die Betonfertigteilplatten wieder so zu verlegen, dass die darauf aufgebrachten Stellplatz- und Fahrbahnmarkierung wieder exakt am alten Ort und Stelle liegt, ist unserer Einschätzung nach technisch nur schwer möglich.

Unkraut in Fuge
Objekt in München - Baujahr 2011 - Aufnahmen 2015
Pflanzen wachsen zwischen Betonplatten
Objekt in München - Baujahr 2011 - Aufnahmen 2015
Unkraut auf Parkdeck
Objekt in Straelen / Herongen - Baujahr 2010 - Aufnahmen 2015
Wildwuchs in Fuge
Objekt in Straelen / Herongen - Baujahr 2010 - Aufnahmen 2015
Pflanzen wachsen auf Parkdach
Objekt in Lübeck - Baujahr 2001 - Aufnahmen 2015
Pflanzenbewuchs in Fugen
Objekt in Flensburg - Baujahr 2008 - Aufnahmen 2015