POBURSKI baut seit 50 Jahren befahrbare Dächer

Teil 1: Vom Dachdecker zum innovativen Hersteller befahrbarer Dachbeläge

Wie es seinen Anfang nahm


Obwohl er gerne Architekt geworden wäre, begann der junge Dietrich Poburski seinen Start ins Berufsleben im väterlichen Dachdecker- und Klempnerbetrieb. 

Dietrich Poburski ist in einem sehr kleinen Familienbetrieb groß geworden, der in Hamburg im Dachdecker- und Klempnerhandwerk tätig war und er musste schon sehr frühzeitig in den Schulferien immer mit aufs Dach, um so für das tägliche Brot und das nötige Kleingeld für die Familie beizutragen. Dadurch war er sehr vertraut mit den handwerklichen Techniken und wie man mit diesen und der Auswahl der richtigen Materialien den Anforderungen entsprechend gute Dächer herstellt, so dass er am Ende seiner Schulzeit die Probleme und Lösungsmöglichkeiten überblickte und beherrschte. Ausüben wollte er aber diesen Beruf nicht und lehnte zunächst strikt die Aufforderung seines Vaters ab, als Dachdecker-Lehrling bei ihm einzutreten und später einmal die Firma mit seinen beiden Brüdern zu übernehmen und wie es damals üblich war, für die Rente der Eltern zu sorgen.

Dietrich Poburski träumte damals von einem Beruf als Architekt, er konnte gut zeichnen und hatte stets eine besondere Sensibilität für originelle Designs. Die Realisierung dieses Traums konnte er aber nicht weiterverfolgen, weil sein Vater nicht locker ließ und ihm keine Wahl ließ, er musste bei ihm in die Lehre gehen.

So empfand er die ersten Jahre eintönig und oft bedrückend, denn der Familienbetrieb war ein kleiner Handwerksbetrieb, der wirklich alles in handwerklicher Arbeit herstellte. Denn die eigenen Lohnkosten und die der Söhne waren sehr gering und die Tage hatten ja auch 24 Stunden. So wurden z.B. die für die Klempnerei erforderlichen Regenrohre aus zugeschnittenen Zinkblechen von Hand hergestellt, die mit Hilfe eines Stahlrohres vorgeformt wurden. Das war sehr schwierig, denn das Blech war starr, es durften auch keine Dellen entstehen, aber es musste auch die Spannung des Bleches überwunden werden, damit es nachher die Form eines runden Rohres annahm und behielt. 

Die so entstandenen 1,0 m langen Halbschalen wurden mit großer Kraftanstrengung von vier Männerhänden spiralförmig zusammengedreht, um den gewünschten engen Rohrdurchmesser von 100 mm zu erreichen. Die damals angewandte Technik sah vor, jeweils die beiden Enden der sich entwickelnden Rohre zuspitzend, ähnlich einer Eistüte, von Hand zu verformen und auf die Restfläche zu übertragen. Dies gelang am besten, indem der Schwung bei einer drehbaren Bewegung über den Kopf hinweg ausgenutzt wurde und der Kollege seine Seite ganz festhielt. Diese Technik erwies sich als vorteilhaft, um die Spannungen im Blech zu überwinden und so gelang es dann in einem aufwändigen Prozess, diese Rohre so zu formen, dass sie am Ende auch an der Naht eine gleichmäßige Überlappung von 1 cm hatten, die dann übereinander lag und mit Hilfe eines Lötkolbens zu einem gleichmäßigen Regenrohr zusammengelötet werden konnte. 

Ähnlich erfolgte in dem kleinen Handwerksbetrieb der Familie Poburski auch die Herstellung von Dachrinnen, die auch von Hand in 1 m Länge aus Zinktafeln gefertigt wurden, wobei zunächst eine vom Vater hergestellte Wulstmaschine zur Verfügung stand. Diese Eigenkonstruktion hatte im Kern eine Stahlstange mit einer Nut, in die die Bleche eingespannt werden konnten und durch die vorgegebene Kammer der Wulstmaschine und eine Drehung der Stahlstange um 360° dann die gewünschte Rinnenwulst hergestellt werden konnte, die eben der Rinne die nötige Stabilität und das Aussehen gab. Die einzelnen Blechteile mit der Wulst wurden dann zu Längen von jeweils 3 m zusammengelötet und über ein Rohr mit 3 bis 4 Männerhand-Paaren gebogen und geformt, so dass nachher sehr ansehnliche Regenrinnen entstanden. 

Das war damals der eintönige und anstrengende Altag des jungen Dietrich Poburski.

Die neue Herausforderung: Der Trend, Dachflächen für begehbare Dachterrassen und PKW-Parkflächen nutzbar zu machen.

Das war technisches Neuland, das ihn sehr stark interessierte und anspornte sich an dieser neuen Herausforderung zu beteiligen. Durch seine Erfahrung in der Praxis der Wärmedämmung und Abdichtung von Dachflächen hatte er die besten Voraussetzungen für die Herstellung regendichter Dächer und wollte diese nun auch nutzbar machen. Zwei Unternehmen besetzten damals diesen Markt, die Firma Gartenmann aus München und die Firma de Bour aus Hamburg. Diese Objekte waren technisch stets anspruchsvoll, hatten große Auftragsvolumen und als Gesprächspartner war man mit entsprechenden Vorkenntnissen bei den Architekten, der Planung und Durchführung sehr angesehen.

Begonnen hat die Herstellung derartiger Betonbeläge mit kleineren Terrassenflächen. Den ersten Auftrag für eine begehbare Dachterrasse erhielt Dietrich Poburski am 22. August 1962 vom Architekturbüro Zöllner für das Schwesternwohnhaus in der Grünebergstraße in Hamburg-Altona. Dieses Objekt konnte erfolgreich und zur absoluten Zufriedenheit des Architekten und des Krankenhauses hergestellt werden und war der Startschuss für eine erfolgreiche Entwicklung dieses neuen Geschäftsfeldes. Zunächst war der Start aufgrund eingeschränkter Möglichkeiten in der Akquisition, aber auch durch das Ausführungspotential begrenzt, aber es gelang Dietrich Poburski, eine Reihe von Aufträgen kleinerer Dachterrassen und befahrbarer Parkdecks zu erhalten.

1967- Hallenschwimmbad, Cuxhaven
1967- Hallenschwimmbad, Cuxhaven
Architekt Hans Vossgrag, Lübeck, Terrassendächer
1967 - Fernsehturm, Hamburg
1967 - Fernsehturm, Hamburg
Architekt Prof. Trautwein, Terrassendächer unterhalb des Fernsehturmes

Es folgten dann bald neue und größere Objekte wie die Terrassen des Hallenschwimmbades in Cuxhaven, Beethovenallee 11, das er für den Architekten Hans Vossgrag in Lübeck 1967 ausführte. Erster großer Höhepunkt war dann 1967 der Auftrag für die Terrassendächer unterhalb des Fernsehturmes in Hamburg, den Dietrich Poburski von dem Architekten Prof. Trautwein erhielt. 

Der endgültige Sprung in die Spitzenliga dieser neuen Bautechnik erfolgte dann durch den ersten Auftrag der Karstadt AG im Jahr 1967 und das Parkdach der Helmut Horten AG 1968 in der Mönckebergstraße in Hamburg.

1967 - Karstadt Hamburg-Bramfeld
1967 - Karstadt Hamburg-Bramfeld, Architekt Fischer/ v. Bassewitz
7500m2 großes wärmegedämmtes und befahrbares Dach
1968 - Kaufhaus Horten, Hamburg
1968 - Kaufhaus Helmut Horten AG, Hamburg

Das erste bedeutende Poburski Parkdach

1967 begann der große Durchbruch von POBURSKI, als der damals noch sehr junge, unser heutiger Senior-Geschäftsführer Dietrich Poburski, von dem charismatischen Vergabechef der Karstadt Bauabteilung Heinrich Heggemann - der durch seinen Machteinfluss und das Volumen seiner Auftragsvergaben von den Vorständen der großen deutschen Aktiengesellschaften, aber auch der ganzen Baubranche sehr umworben wie auch gefürchtet war - persönlich den Auftrag über ein 7.500 m² großes wärmegedämmtes und befahrbares Dach einer ganz neuen Warenhauskonzeption in Hamburg-Bramfeld erhielt. 

Dietrich Poburski konnte die verantwortlichen Planer und Fachingenieure wie auch den Vergabechef überzeugen, von seinen Lösungsvorschlägen für eine in den Anfängen steckende Technologie: „Dächer nutzbar zu machen“. Er konnte ihnen die besonderen Anforderungen hierfür überzeugend beschreiben und vermitteln und gewann so ihr Vertrauen als Partner für eine neue Technologie.

Es war damals eine sehr spannende Zeit Anfang der 60iger Jahre, als das sogenannte Wirtschaftswunder in West-Deutschland einen nicht für möglich gehaltenen wirtschaftlichen Aufschwung auslöste, der für neuen Wohlstand in der Bevölkerung sorgte. Zunächst nahm die Motorisierung stark zu und viele Familien wechselten nun vom Motorrad zum Auto, um Distanzen zu überbrücken mit der Familie, aber auch um zum Einkaufen zu fahren. Aber dieser Wohlstand regte die Bürger auch an, zu konsumieren. Diese Entwicklung war für die bestehenden Warenhäuser besonders attraktiv, neue Ideen über Einkaufszentren entstanden, auch der Versandhauspionier Werner Otto gründete 1965 die ECE, die heute 200 Shoppingcenter in ganz Europa bewirtschaftet.

Diese Aufbruchstimmung in den 60er Jahren regte die Architekten und Investoren an, Dächer auch nutzbar zu machen. In den westdeutschen Innenstädten und Metropolen wurden die Parkplätze knapp und so boten sich Dachflächen über Warenhäusern als Kundenparkplätze an. Genau dieses war auch die neue Konzeption der Karstadt Warenhäuser in den Vorstädten, auf den sogenannten „Grünen Wiesen“, wie 1967 in Hamburg-Bramfeld. Dieses technische Neuland war es, was Dietrich Poburski besonders durch seine Vorkenntnisse als von der Pike auf gelernten Handwerker, Dachdecker und Klempner, sehr interessierte und anspornte. Diese speziellen Vorkenntnisse und die Begabung, technische Anforderungen zusammenhängend zu denken und zu entwickeln, waren optimale Voraussetzungen, sich an dieser neuen Herausforderung zu beteiligen. 

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